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Geschichte wiederholt sich nicht! Oder doch? Beobachter der Finanzkrise von 2008 fühlen sich an die Große Depression von 1929 erinnert. Die Hintergründe dieser Ereignisse zu verstehen, heißt, sich mit der Natur des Geldes auseinander zu setzen, die Mechanismen der Geldschöpfung zu verstehen, die Rolle von Schulden und den Einfluss der Geldpolitik auf die Wirtschaft anhand von Inflation und Deflation zu betrachten. Ebenso wichtig ist es, sich nach den Ursachen der Stabilität in den 50er und 60 Jahren des letzten Jahrhunderts zu fragen. Gab es in dieser Phase Regeln und Bedingungen, die sowohl Wirtschaft als auch Finanzsystem gegen Krisen immunisierte?
Die Ölkrise, die Auflösung der Dollar-Goldbindung und der Glaube an die Selbstheilungskräfte der Märkte führten Anfang der 70er Jahre zu einer Welle an Privatisierung und Deregulierung. Der sogenannte Neoliberalismus erlebte unter den lateinamerikanischen Diktaturen seine ersten Testläufe und wurde in den 80er Jahren unter Reagan und Thatcher in den größten westlichen Ökonomien umgesetzt. In der Folge kauften marktführende Unternehmen in großem Umfang Konkurrenten auf und brachten in den 90er Jahren jene transnationalen Konzerne und Finanzinstitute hervor, die sich seitdem dem Zugriff nationaler Politik entziehen. Gleichzeitig kollabierte die Peripherie der globalisierten Wirtschaft Anfang der 80 Jahre. Folgten diese Krisen einem gemeinsamen Muster und bauten logisch aufeinander auf? Was hat die Globalisierung unterm Strich gebracht? Und für wen?
Nach dem Platzen der Internetblase 2001 erodierte das Finanzsystem vollkommen unbemerkt, bis es 2007 unter der Last der eigenen Risiken zusammenbrach. Wir fragen nach den Nutznießern des Zusammenbruchs und nach jenen, die die Zeche zahlten. Wir betrachten die folgende Regulierung und Stabilisierung. Ist das System tatsächlich gerettet worden? Diese Frage stellt sich umso dringender, seit die Finanzkrise auf die Sollbruchstellen des Euro-Raumes traf und die bis heute andauernde Euro-Krise auslöste. Die Krisen in Irland, Griechenland und Zypern demonstrieren, wie sich die Lösungsversuche entwickelten und lassen spekulieren, was im Falle eines neuen Ausbruchs einer Krise zu erwarten ist.
Wir spekulieren allgemein über die Entwicklung unserer Gesellschaft vor dem Hintergrund fragiler Finanzsysteme, ohnmächtiger Staaten und gespaltener Gesellschaften. Welche Folgen hat die fortschreitende ungleiche Verteilung der Vermögen? Dabei suchen wir Alternativen zum existierenden System. Wir erwägen die Konsequenzen von Helikoptergeld, Negativzinsen oder der Abschaffung des Bargeldes und betrachten am Beispiel des Vollgeldes Möglichkeiten zur Lösung des Staatsschuldenproblems. Wir blicken hinter die Kulissen des laufenden Handelskrieges, verfolgen den Aufstieg Chinas und Russlands und lernen aus der Geschichte Japans.

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