Kursangebote / Prof. Dr. Sabine Poeschel
Portrait Prof. Dr. Sabine Poeschel

Prof. Dr. Sabine Poeschel bringt in ihren Kursen verloren gegangenes Wissen über Bildinhalte zum Vorschein und entschlüsselt damit die Qualität des Kunstwerks.

"Mein Studium der Kunstgeschichte, Publizistik und Romanistik in Münster und Florenz habe ich im Jahr 1985 mit einer Promotion über die Ikonographie der Erdteile abgeschlossen. Kunstgeschichte entdeckte ich mit 15 Jahren, als meine Tante, die in Italien lebte, mich als Teenager ernst nahm und mir die Schätze der Toskana zeigte. Davon wollte ich mehr kennenlernen und die schiere Endlosigkeit dieses Faches hat mich eher angeregt als abgeschreckt - bis heute. In der Romanistik wählte ich als Schwerpunkt natürlich Italienisch. 1990 kam ich als Assistentin an das Institut für Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart. 1995 erfolgte die Habilitation. Nach Vertretungen von Professuren erfolgte schließlich 2008 meine Ernennung zur außerplanmäßigen Professorin an der Universität Stuttgart. Auf der Suche nach einem Veranstalter von gehobenen Kulturprogrammen, in denen ich meine Kenntnisse aus der Universitätslehre anbringen kann, habe ich die VHS Gerlingen für mich entdeckt. Hier unterrichte ich nun seit etwa fünf Jahren. Was mich besonders beeindruckt ist die Offenheit für alle Bereiche der Kunst: In Gerlingen beginnt Kunst nicht erst bei Picasso - was er selbst zurückgewiesen hätte - sondern es gibt ein weiter gestecktes Feld, zu dem ich Themen anbiete. Das Interesse des Publikums beflügelt mich ebenso wie die Bereitschaft "mitzugehen". Gerade kürzlich sind wir über Stunden durch die Staatsgalerie gegangen ohne die geringsten Ermüdungserscheinungen. Das motiviert natürlich! In meiner Lehrtätigkeit lege ich einen großen Schwerpunkt auf die Bildinhalte, die ein Schlüssel sind zum Verständnis der Qualität eines Werkes. Wer nicht weiß, wie raffiniert Rebekka war, erkennt nicht ihre Verschlagenheit auf guten Bildern und wer mit der barocken Allegorie nicht vertraut ist, hält die bunte Mischung von historischen Figuren und Göttern für die Exzentrik von Peter Paul Rubens. Dieses Wissen ist vielfach verloren gegangen, doch können die Dinge wieder sichtbar gemacht werden - dann ist Rebekka nicht nur schön und Rubens viel mehr als ein Maler üppiger Frauen."

Beruf: Kunsthistorikerin

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