Kursangebote / Jürgen Gruß
Jürgen Gruß
„Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen – da spreche ich aus eigener Erfahrung:
Beginnend bei den beiden Nachbarstädten Ditzingen und Korntal-Münchingen nahm ich bereits im Oktober 1978 mit allen Städten und Gemeinden Baden-Württembergs Kontakt auf. Ich fragte an, ob ich die Orte im Rahmen einer organisierten Exkursion besuchen dürfte.
In einem Arbeitskreis zur Heimatgeschichte der Volkshochschule Ostfildern fing 1982 alles an: Der junge „Gruß“ weckte damals das Interesse des VHS-Leiters. „Der Kerle weiß viel“, soll er gesagt haben. Wenig später leitete ich meine erste Führung durch ein mittelalterliches Bauwerk und einen Ort im Kreis Esslingen: „Denkendorf – auf den Spuren des Klosters“.
In den zurückliegenden 40 Jahren (Beginn 28. April 1984) durfte ich auf meinen ausgeschriebenen Veranstaltungen insgesamt mehr als 1.500 Orte und Landschaften zwischen Main und Bodensee besuchen und vorstellen. Gut 98 Prozent meiner Anfragen waren somit erfolgreich und wurden von mir tatsächlich als Exkursion umgesetzt.
Bei meinen Orts- und Kreisbereisungen oder kleinen Wanderungen durch Südwestdeutschland mischen sich Stauferkult mit Barockgarten, vitale Baumriesen mit modernen Hochbauten, wechseln leicht wackelige Holztische mit First-Class-Räumlichkeiten. All meine Führungen habe ich in bisher 1.729 „Erinnerungsbüchern“ festgehalten und denke an jede gerne zurück. Welche ist wohl meine Lieblingstour? In die Schwarzwaldbahn habe ich mich verliebt – die Fahrt von Donaueschingen nach Haslach, die wir bald anbieten werden, ist auch beim sechsten Mal ein Genuss. An der Landschaft kann man sich einfach nicht sattsehen!
Was mich dazu antreibt, immer wieder neue Orte zu erkunden? Mein Herzensziel ist es, andere Menschen ebenfalls fürs Ländle zu begeistern – und das gelingt mir gut! Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen, dass sie Interessantes für sich mitgenommen haben und sich auch im Nachgang besonders gut an Vieles erinnern. Für mich selbst finde ich auf den gemeinsamen Exkursionen vor allem Freiheit, Verantwortung und Ausgeglichenheit. Besonders kostbar sind für mich die Gespräche mit meinen Mitreisenden und mit den Menschen vor Ort.
Bei der Vorbereitung jeder Veranstaltung ist es mir Ansporn, wie spannend und motivierend es ist, ein klares Ziel vor Augen zu haben. Durch Ziele entsteht Motivation und Ziele sind für mich zusammengesetzt aus Wünschen und Visionen, ergänzt durch wahrheitsnahe Träume: sei es das Interesse an der Kulinarik oder am Erscheinungsbild der Stadt oder eine Einmaligkeit wie eine Literatin, ein Literat. Was ich mir wünsche, ist immer das Beste für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer - nämlich, dass sich der Besuch bis zur Rückkehr am Abend entfalten kann. Dabei dürfen die vorherigen Erwartungen auch größer ausfallen! Praktische Wünschen wie: "Hoffentlich verpassen wir den Zug nicht" wollen den motivierenden Visionen weichen, wenn der Zug doch einmal verpasst wurde: "Schön, dass wir länger da sind! Fühlt sich fantastisch an!".
Bei meinen Exkursionen stelle ich öfters fest, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit einer Gruppe nicht trauen, von etwas richtig Tollem, Einmaligem zu träumen. Immer wenn sie anfangen sich zu überlegen: "Was könnte denn ein beflügelnder Wunsch von mir sein? Was könnte mein Traum sein?", werden sie von einer inneren Stimme abgebremst wie: "Aber nein, das muss nicht unbedingt sein ... oder "Das kann ich den Anderen nicht zumuten." oder "Das schaff´ ich ja doch nicht." Ich kann zukünftig die Mitreisenden nur bitten: "Verwandeln Sie sich zeitweise in einen Träumer, wenn wir am Ziel sind!" Und auf geht`s - ich träume schon vom Erinnerungsbucheintrag Nr. 1.730!"
Beruf: Dipl. Kartograf, Wanderführer
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